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Der Pastorale Weg in Wetterau-Nord

Texte: Stefanie Rieck
Gestaltung: Stefan Podhorny und Henning Stahl

Was ist der «Pastorale Weg»?

Der Pastorale Weg ist ein Weg der Entwicklung und Erneuerung der Kirche im Bistum Mainz, den Bischof Peter Kohlgraf im Jahr 2019 initiiert hat. Der Pastorale Weg steht unter dem Leitwort „Eine Kirche, die teilt: Leben teilen, Glauben teilen, Ressourcen teilen, Verantwortung teilen“. Die zentrale Frage dieses Reformprozesses lautet: „Wie können und wollen wir heute und 2030 unser Christsein leben?“ Ausgehend von dieser Frage sollen die Seelsorge und die Strukturen der Pfarreien neu gestaltet und an die sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst werden.

PastWeg

Was heißt «Pastoraler Weg» für die nördliche Wetterau?

Für die jetzigen Pfarrgemeinden in Bad Nauheim, Butzbach, Gambach, Münzenberg, Ober- und Nieder-Mörlen, Oppershofen und Rockenberg bedeutet der Pastorale Weg, dass sie sich zum 1. Januar 2026 zu einer Pfarrei mit rund 15.000 Gläubigen zusammenschließen werden.

Diese dann entstehende neue Pfarrei „Wetterau-Nord“ wird eine Gemeinschaft von Gemeinden vor Ort (den bisherigen Pfarrgemeinden) und anderen Kirchorten (wie beispielsweise Einrichtungen der Caritas, Kitas und Altenheime) sein. Die Bezeichnung Wetterau-Nord ist der derzeitige Arbeitstitel für die Pfarrei, deren Namensfindung aktuell vorbereitet wird. Das aktive Gemeindeleben wird weiterhin vor Ort stattfinden.
Zur Zeit sind die acht Gemeinden bereits im Pastoralraum Wetterau-Nord zusammengefasst, einer Vorstufe zur Vorbereitung der künftigen Pfarrei.

Wie verlief der »Pastoralen Weg« bisher?

Die Phase I begann in der Fastenzeit 2019.  Auf der Ebene des Dekanates Wetterau West wurde ein Pastoralkonzept entwickelt und über die Zuschnitte der künftigen Pfarreien abgestimmt. Die einzelnen Pfarrgemeinden waren dabei über Umfragen vor Ort beteiligt, deren Ergebnisse die Delegierten der Gemeindegremien in die Dekanatsversammlung mit einbrachten.

Seit Ostern 2022 läuft die Phase II des Pastoralen Weges. Sie begann mit der Einrichtung der sogenannten Pastoralräume und Festlegung deren leitenden Pfarrer durch Bischof Kohlgraf. Die Pastoralräume haben den Auftrag, die Gründung der neuen Pfarrei auf ihrem Gebiet vorzubereiten.
Dazu erarbeitet jeder Pastoralraum ein Pastoralkonzept, das beschreibt, wie das kirchliche Leben in Zukunft aussehen soll – angefangen von den Gottesdiensten bis zu besonderen Schwerpunkten in der Seelsorge.
Eine Pastoralraumkonferenz (siehe unten) ist dabei das zentrale Gremium für die notwendigen Absprachen zur Pfarreineugründung.  
Zudem gibt es mehrere Projektgruppen (siehe unten) zu den Grundthemen der Pastoral und der Organisationsstruktur. 
Die Pastoralräume stehen im Dialog mit der Bistumsleitung und werden beraten und unterstützt.

Wer macht was auf dem »Pastoralen Weg« ?

Die Pastoralraumkonferenz ist das zentrale Beratungsgremium für die notwendigen Absprachen im Pastoralraum. Ihr gehören alle Priester und Diakone, die Gemeindereferent(inn)en,  viele weitere kirchliche Mitarbeiter(innen) sowie Vertreter(innen) der Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungsräte an.
Hinzu kommen Vertreter(innen) der Caritas-Einrichtungen, Kindertageseinrichtungen, katholischen Schulen, katholischen Verbände sowie weiterer Kirchorte.
Die Pastoralraumkonferenz berücksichtigt das Pastoralkonzept des Dekanats aus Phase I (siehe oben) und formuliert die Ziele und Inhalte der Seelsorge im Bereich des Pastoralraums. Zudem trifft sie alle notwendigen Absprachen für die Neugründung der Pfarrei und leitet diese dem Bischof als Votum zu.

Das nachstehende Foto zeigt die Pastoralraumkonferenz bei ihrer Gründung am 15.11.2022:

Pastoralraumkonferenz Wettterau Nord am Gründungstag

Die Steuerungsgruppe ist quasi der "Arbeits-Ausschuss" im Pastoralraum. Ihr gehören Kraft Amtes der Leiter des Pastoralraumes, der Koordinator und die Verwaltungsleiterin an. Durch die Pastoralraumkonferenz wurden je eine Vertreterin oder ein Vertreter  der Gemeindereferenten, der Pfarrgemeinderäte und der Verwaltungsräte sowie weitere Haupt- und Ehrenamtliche hinzugewählt.
Hauptaufgaben sind die gesamte Prozessgestaltung in der Phase II des Pastoralen Weges sowie die Vor- und Nachbereitung der Pastoralraumkonferenzen, speziell das Erstellen der Vorlagen für die zu treffenden Votierungen sowie die Dokumentation der Beschlüsse.
Die Steuerungsgruppe hält den Kontakt zu den einzelnen Projektgruppen (siehe unten)  ebenso wie zur Bistumsleitung, zur Koordinationsstelle für den Pastoralen Weg und zu den übrigen zuständigen Bistumsstellen.

Die Projektgruppen gestalten die Gründung der neuen Großpfarrei aktiv mit und erarbeiten das gemeinsame Pastoralkonzept. In diesen Gruppen können sich alle Gläubigen beteiligen und die Aspekte des Gemeindelebens mitgestalten, die ihnen für ihre Kirche vor Ort wichtig sind.

Folgende Projektgruppen und Teams haben die Arbeit im Hinblick auf die genannten Leitfragen aufgenommen:

Leitfrage: Wie stärken und unterstützen wir einander und andere, die unsere Hilfe brauchen - und wie behalten wir Menschen in der Vielzahl ihrer Lebenssituationen im Blick und sind für sie da?

Leitfrage: Wie, wo und wann wollen wir zukünftig Gottesdienst feiern?

Leitfrage: Welche Angebote zur Glaubensweitergabe und zur Vorbereitung auf die Sakramente machen wir?

Leitfrage: Wie passen wir den Gebäudebestand unseren Möglichkeiten und pastoralen Vorstellungen an und wie gehen wir verantwortlich mit dem gemeinsamen Geld und den Rücklagen um?

Leitfrage: Wie stellen wir die Verwaltung so auf, dass sie gut funktioniert und hilfreich für alle Beteiligten ist?

Zusätzlich gibt es schon ein kleines Team Öffentlichkeitsarbeit zur Darstellung des Prozesses und der Kommunikation im gesamten Pastoralraum – dieses Team wünscht und freut sich über weitere Mitwirkende. Hinzukommen können noch das Geistliche Team sowie ein Jugendrat, in welchem aufgeschlossene Jugendliche die wichtigen Interessen der jungen Generation vertreten.