Pfr. Lothar Bauchrowitz

Dank für segensreiches Wirken in Brasilien

Dank-Gottesdienst Pfr. Bauchrowitz (c) Kristina Schäfer
Dank-Gottesdienst Pfr. Bauchrowitz
Fr, 2. Nov 2018
Margit Dörr

Mit lang anhaltendem wertschätzenden Beifall wurde Pfarrer Lothar Bauchrowitz in der katholischen Kirche St. Georg bedacht. Der Achtzigjährige arbeitete seit 1964 als Missionar in Brasilien und war seitdem in der Großstadt Rondonopolis/Mato Grosso als Pfarrer tätig. Seit 1984 wird seine Arbeit vom Nieder-Olmer Camarakreis unterstützt. Seit seinem Geburtstag im Juli ist er in Ruhestand. Mit dem Gottesdienst wollte der Kreis Danke sagen für sein segensreiches Wirken.

In der Predigt, die nicht nur von Pfarrer Hubert Hilsbos gehalten wurde, sondern in der auch die Camarakreismitglieder Michael Moschner, Martin Seeger, Hildegard Becher und Katrin Pulipara zu Wort kamen, wurde das Wirken von „Padre Lothar“, wie Bauchrowitz in seiner Pfarrei San José genannt wird, gewürdigt. Pfarrer Hubert Hilsbos nannte ihn einen „Mensch der Seligpreisungen“. In dem biblischen Text, der im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand, werden unter anderem diejenigen selig genannt, die Barmherzigkeit zeigen, sich für Gerechtigkeit einsetzen oder Frieden stiften. Deutlich wurde in den Worten der Sprecher, dass Padre Lothars Arbeit von diesen Ansprüchen geprägt war. „Barmherzigkeit ist der Quell der sozialen Gerechtigkeit“, konstatierte Michael Moschner und stellte in diesem Zusammenhang fest, dass der Geistliche seine Einflüsse genutzt hat, um ein Umdenken bei den politischen Verantwortlichen zu bewirken.

Pfarrer Hilsbos nannte Lothar Bauchrowitz einen Friedensstifter und die Arbeit des Camarakreises sei konkrete Friedensarbeit. Die Errichtung der zahlreichen Kindergärten, des Obdachlosenheims, der Wohnstätte für Senioren und der Bau der zahlreichen Häuser für Familien, den der Seelsorger vor Ort unterstützt hat, seien nur Zahlen und Fakten, aber hinter allem stünden Menschen, die Hilfe brauchten, sagte Hilsbos.

Einmal im Jahr stattete Bauchrowitz seiner deutschen Heimat einen Besuch ab und berichtete über seine Arbeit. Die Jugendbegegnung habe der Arbeit des Camarakreises ein neues Gesicht gegeben, freuten sich der Nieder-Olmer Pfarrer und auch die 32-jährige Katrin Pulipara, die die Jugendbegegnungen und den Austausch ehrenamtlich organisiert. Der Weltjugendtag, der 2013 in Rio de Janeiro in Brasilien stattfand, habe den Anstoß gegeben, berichtete die junge Frau. Seitdem gab es dreimal Austausche in beiden Richtungen. Zudem absolvieren in der Regel jeweils zwei Jugendliche aus Deutschland und Brasilien einen Freiwilligendienst in dem anderen Land.

Katrin Pulipara selbst war ebenfalls schon in Rondonopolis in der Pfarrei von Padre Lothar. Er nehme dort die Rolle einer Kultperson ein und sei über alle Generationen hinweg bekannt. Sogar ein Stadtteil sei nach ihm benannt worden, erzählte sie. Sie hat einige Projekte von Padre Lothar dort besichtigt und zeigt sich beeindruckt, wie er es geschafft hat, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Seine Pfarrei wurde inzwischen von einem brasilianischen Seelsorger übernommen, aber Padre Bauchrowitz, der mittlerweile gesundheitlich angeschlagen ist, kehrt dennoch in den nächsten Tagen wieder nach Brasilien, in seine zweite Heimat, zurück.

Erschienen: Allgemeine Zeitung Mainz, 25. Oktober 2018